Ich beschäftige mich gerade ein bisschen mit Solaranlagen und kann einfach nicht verstehen, was da gerade in Deutschland passiert.

Wenn ich mir eine etwas größerer Solaranlage aufs Dach bauen lasse (ohne Speicher), dann kann ich für ca. 10 Cent pro kWh Strom produzieren. Wenn ich diesen Strom an den Staat (eigentlich einen Energie-Produzenten vor Ort) verkaufe, dann bekomme ich dafür über die Einspeisevergütung aktuell ca. 6 Cent pro kWh, mache also ca. 40 % Verlust.

Wenn ich meinen Strom bei dem gleichen Energie-Produzenten vor Ort kaufe, bezahle ich 33 Cent pro kWh.

Okay, mir ist klar, dass die Idealisten in diesem Land nach Strich und Faden von den Lobbyisten verarscht werden, deshalb gibt es ja auch zu einer Solaranlage keine Förderung vom Staat, aber für ein Auto das diesen Strom verbraucht und sogar für die Steckdose mit der man diesen Strom dankt.

Aber was ich absolut nicht verstehe, warum gibt es immer noch keinen Solar-Konzern, der zu mir nach Hause kommt und von mir mein Dach mietet (oder mir einen besseren Stromtarif dafür anbietet) und da ein Solaranlage drauf setzt, mit der er dann im großen Stiel Strom erzeugt.

Klar, für eine stabile Stromversorgung muss er dann auch noch Energiespeicher bauen, damit er auch im Winter Strom liefern kann, aber mit Sicherheit könnte er so deutlich unter 33 Cent pro kWh Strom produzieren.

Es gibt aktuell so viel Geld in unserem System, warum geht niemand das an, obwohl man da ganz offensichtlich richtig Kohle verdienen könnte?

Habe ich mich da jetzt komplett verrechnet, oder gibt es einen anderen nachvollziehbaren Grund, warum immer noch niemand vor unserem Haus gestanden hat und mein Dach haben wollte?

@Aarkon
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4ein Monat

Ein Grund könnte sein, dass der Aufwand pro Dach vergleichsweise groß sein dürfte im Verhältnis zum Ertrag. Da lohnt es sich vermutlich aus unternehmerischer Sicht mehr, gleich etwas größer zu denken und direkt PV-Parks auf Freiflächen in der Provinz zu bauen: Weniger externe Abhängigkeiten und damit Unsicherheiten, und billiger vermutlich auch noch. 🤷

Don di Dislessia
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3ein Monat

Das vermute ich Mittlerweile leider auch. Also müssen wir wohl doch alle vor Ort Genossenschaften gründen und dieses Potential abschöpfen. Den Genossenschaften müssen keinen Gewinn erwirtschaften, können aber trotzdem als Rechtspersonen auftreten, die wirtschaftlich unabhängig handel können.

Chandler Bing
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3ein Monat

Es gibt bereits mindestens eine Genossenschaft, die ziemlich genau in die von dir formulierte Richtung hin arbeitet. Leider zeigen sich auch dort die Verwerfungen des Ukraine-Krieges und der damit verbundenen Herausforderungen auf dem Energiemarkt. Link

Don di Dislessia
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1ein Monat

Diese Genossenschaft ist auf alle Fälle ein Schritt in die richtige Richtung. Aber was ich nicht verstehe, es gibt auch hier kein Speicherkonzept für den Winter, das bedeutet doch dann, man muss seinen Strom im Winter über nicht regenerative Quellen beziehen?

Chandler Bing
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1ein Monat

Die EWS garantieren 100 Prozent Ökostrom. Will hier keine Werbung machen. Am besten mal auf der Webseite nachschauen.

@Aarkon
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fedilink
3ein Monat

Warum denn „leider“? Eine Genossenschaft scheint mir attraktiver als ein fürchterlich kompliziertes Privatunternehmen, und einfacher zu realisieren. 🙂

Sammelbecken für Kartoffeln.

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